Hammerprodukte und Hersteller

Es gibt wenige namenhafte Hersteller von Geologenhammer. Die Qualität der Hammer eines Herstellers bleibt meist auf einem Niveau. Ganz egal, ob Pickhammer oder Schürfhammer, groß oder klein. Die folgenden Texte basieren auf persönlichen Erfahrungen und Austausch mit Kollegen. Ein wenig ist es auch Geschmackssache, mit welchen Hämmer man am Besten zurecht kommt.

Estwing
Die Nummer 1 unter den Herstellern von Geologenhämmer. Das Sortiment von Estwing beinhaltet eine große Variation von Hämmern und Werkzeuge wie Fäustel. Als amerikanisches Unternehmen wird bei dem Hersteller das Gewicht gerne in oz angegeben. Der Bestseller von Estwing ist der Pickhammer mit einem Gewicht von etwa 950g (22-24 oz). Der Griff kommt im blauen Vinyl oder im edleren, braunen Hartleder (siehe Foto links) daher. Preisklasse: 40-60 Euro
Anmerkung: Beim Schürfhammer ist der Griff mit rund 28-29 cm etwas kürzer, als mit den 32-33 cm beim Pick.

Im geologischen Alltag hatte ich viel mit dem Standard-Pick (22 oz) zu tun.
Aber auch der kleinere Pick (13 oz, ca. 700g Gesamtgewicht) bietet eine für das Gewicht durchaus passable Durchschlagskraft.

Picard
Vor einigen Jahren hat der deutsche Hersteller Picard diesen Markt für sich entdeckt und sein Sortiment dahingehend erweitert. Das Standardprodukt hat ein etwas geringes Hammerkopfgewicht (ca. 500g) als der Estwing, gesamt kommt man aber auch an die 900g heran. In der unteren Gewichtsklasse kommt der Picard auf ca. 300g/550g Kopf/Gesamtgewicht. Preisklasse: 40-60 Euro.
Anmerkung: Picard bietet Geologenhammer an, die aus einem Stück geschmiedet sind, als auch Hammer, bei denen Hammerkopf und Griff aus zwei separaten Komponenten gebildet werden.

Meine Erfahrungen mit dem Picard belaufen sich auf den Schürfhammer 900 g. Nach jahrelangen, täglichen Gebrauch im Jura, sowie gelegentlichen Einsätzen im Buntsandstein ist dieser Hammer (siehe Foto) für Sedimentgestein meine erste Wahl.

Forgecraft
Der Hersteller überzeugt mit einem deutlich günstigeren Preis von 30-40 Euro und ist dadurch unter Studenten beliebt. Mit etwas über 1000 g Gesamtgewicht ist er etwas schwerer, als die Referenzprodukte aus dem Hause Estwing oder Picard. Der nächstkleinere Pick kommt dagegen auf rund 750g.

Vor einigen Jahren kam ich in die Gelegenheit, einen Tag mit dem Forgecraft zu arbeiten. Sind sich Estwing und Picard in der Handhabung doch sehr ähnlich, wirkte der Forgecraft durch den etwas dickeren Griff und des Gewichts etwas mächtiger. Der Forgecraft machte damals einen ordentlichen Eindruck, ob und wie sich qualitative Unterschiede gegenüber der fast doppelt teueren Konkurrenz über längeren Gebrauch im Gelände auszeichnen, möchte ich noch nicht beurteilen.
(Todo-Liste: Forgecraft testen)

Fazit
Mit den beiden “Standard-Hämmer” der Premium Hersteller Estwing und Picard geht man kein Risiko ein. Ich sehe den Estwing vorne, beim Schürfhammer hingegen würde ich abermals zum Picard greifen. Es gibt mittlerweile auch einige “No-Name-Produkte” auf dem Markt. Von diesen rate ich bei ernstem Gebrauch jedoch ab: Wird die Schlagkraft nicht korrekt auf die Spitze übertragen, schmerzen irgendwann die Handgelenke und der Hammer nutzt sich bei festem Gestein schnell ab. Qualität hat nun mal ihren Preis.

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