Die Berufsfelder des Geologen

Hier werde ich auf die Arbeitsfelder eingehen, die typischerweise von Geologen besetzt werden. Und man staune, nach der Ausbildung zum Geologen eröffnen sich sehr viele Möglichkeiten:

 

Der Geologe als Hydrogeologe ist im Grundwassermanagement, bei Grundwasseruntersuchungen – und Schutz tätig. Die Hydrogeologie als Teil der angewandten Geowissenschaften wird an vielen Universitäten gelehrt und wird gerne belegt, um mit besseren Jobchancen ins Berufsleben zu starten als mit Tektonik oder Paläontologie/Erdgeschichte. Zumeist kommt man hier in Ingenieurbüros unter. Weitere große Arbeitgeber sind Behörden (Wasserbehörden, Umweltämter etc.)

 

Der Ingenieurgeologe sieht sich als Bindeglied zwischen dem Bauingenieurwesen und der klassischen Geologe. Hauptsächlich kommt man hier in Ingenieurbüros oder bei Baufirmen unter. Baugrunduntersuchungen und Bewertungen in der Planungsphase und in der Ausführung sind typische Bereiche des Ingenieurgeologen. Geotechnische Berechnungen, ingenieurgeologische Kartierungen, Bohrkernaufnahmen und Betreuung gehören zum Alltag. Ingenieurgeologie wird umfassend nur an wenigen Universitäten in Deutschland angeboten, die Jobaussichten sind hier besser. Ich habe die traurige Erfahrung gemacht, dass Geologen von Firmen gerne als ‚billigere‘ Bauingenieure gesehen und entsprechend eingestellt und bezahlt werden. Selbstverständlich nicht überall, es gilt aber aufzupassen.

Der Tunnelbau wird gerne als eine versteckte Königsdisziplin der Ingenieurskunst bezeichnet und ist ein Spezialgebiet der Ingenieurgeologie. Der Tunnelbau ist überaus spannend, er ist auch anstrengend in Zeit und Verantwortung. Unter Tage wird meist 24h gearbeitet, Dekaden mit Tag- und Nachtschichten sind hier üblich. Geologische Aufnahmen, Festlegung der Sicherungsmaßnahmen und schnelle Entscheidungen bei Störfällen (z.B. bei erhöhtem Wasserzutritt) gehören zum Tätigkeitsfeld. Das Foto rechts zeigt eine typische Ortsbrustaufnahme der Kalotte,- der im Tunnelquerschnitt ‚oberen‘ Hälfte.

 

Der Explorationsgeologe oder Rohstoffgeologe im Outback Australiens ist ein bekanntes Klischee. Ob Rohstoffe wie Erdöl, Edelmetalle oder einfache Baustoffe wie Kalk und Sand. Hier werden Geologen gebraucht und zumeist überdurchschnittlich bezahlt. Dieser Trend ist in den letzten Jahren während der eher negativen Entwicklung der Rohstoffpreise etwas abgeflacht. Den Fuß mal in der Tür, dürften die Chancen weiterhin gut stehen. Links auf dem Foto zeigt einen Übertagebergbau einer Bentonitlagerstätte.

 

Im letzten Jahrzehnt boomte die Geothermie, die Nutzung von Erdwärme zur Energiegewinnung. Hier spielen verschiedene Fachrichtungen mit, wie die der Geophysik, Geochemie und Hydrogeologie. Geothermielagerstätten sind ortsgebunden. In Deutschland ist das hydrothermale Potential in den nördlichen Bundesländer vorhanden. Ausnahmen im Süden bilden der Oberrheingraben und das nordalpinen Molassebecken. Also weiterhin ein Zukunftsmarkt und über die Zukunft ihres größeren Bruders, dem Fracking, ist ja nun auch noch nicht alles entschieden.

 

Der Mineraloge oder Petrologe beschäftigt sich mit der Zusammensetzung und dem Aufbau von Mineralien und Gesteinen. Beruflich steht hier gerne die Aufbereitung und Entwicklung mineralischer Rohstoffe in höherwertige Baustoffe und Werkstoffe im Vordergrund.

Weit weniger High-Tech, aber in einem verwandten Berufsfeld bewegt sich der Umweltgeologe. Bei Altlastensanierungen werden mineralische Abfälle beprobt und analytisch im Labor bewertet. Kontaminiertes Material kann umständlich auf einer Deponie entsorgt werden. Durch physische und chemische Aufbereitung kann jedoch aus einem „Abfallprodukt“ desöfteren verwertbares Recyling-Baumaterial hergestellt und vermarktet werden. Ein Berufsfeld, das der Geologe mit Geographen und Umweltwissenschaftler teilt. Das Foto rechts zeigt ein Zwischenlager verschieden körniger Gesteine.

 

Zuletzt noch die Paläontologe. Der älteste Bereich, aus der die Geologie ihren Ursprung fand, ist auch der brotlose Bereich – wirtschaftlich gesehen. Aber mit etwas Glück kann man auch hier Arbeit finden. Museen und wissenschaftliche Institute sind hier die Hauptarbeitgeber. Links auf dem Foto ein Bruchstück eines fossilierten Ammonits aus dem Schwarzjura (ca. 199-175 Millionen Jahre vor unserer Zeit).

 

Diese Liste der Arbeitsfelder ist bei weitem nicht vollständig. Universitäten und Forschungseinrichtungen sind beliebte Richtungen, die Geologen einschlagen. Und auch interdisziplinär sind fast keine Grenzen gesetzt. Geologen arbeiten in der Geophysik, Geochemie oder Geoinformatik (Stichwort: Geoinformationssysteme).

 

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